Christine Prause

Foto: Werner Rose.
Christine Prause. Foto: Werner Rose.

Auf den ersten Blick thematisiert Christine Prause die Natur im weitesten Sinne, Landschaft, Atmosphäre und Vegetation. Untrennbar damit verbunden ist jedoch der Prozess der Wahrnehmung und deren Umsetzung, zwischen realer Natur und deren kultureller Adaption. Sie richtet ihr künstlerisches Augenmerk auf überlieferte Bildvorstellungen in Abstimmung mit den in der Realität vorhandenen Formenkonstanten und Sujets. Sie sichtet und prüft die ästhetischen Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse und sucht nach einer Balance zwischen dem Motiv und der Struktur. Sie zielt darauf, das Motiv, das Gesehene zu übernehmen, Strukturen nachzuempfinden und neue zu entfalten. Der künstlerische Antrieb dabei ist der Zweifel an dem, was uns faktisch gegeben scheint.

Die Bilder beschreiben nichts, sie erzählen nicht von bekannten Landschaften und Gegenden. Absichtlich werden alle identifizierbaren Merkmale weggelassen, Gesichter sind unlesbar, nichts Anekdotisches lässt sich festmachen.

Christine Prause fokussiert auf die allgemeinsten Merkmale einer Szene, einer Landschaft, eines Interieurs. Sie sucht nach archetypischen Mustern, die sie dann freisetzt. Ihre Bilder sind Projektionsflächen für Vorstellungen, für Gefühl, für Stimmungen, die der Betrachter in sie hineinlegt.

Darüber hinaus verfügen alle ihre Bilder über eine Besonderheit. Das Faszinierende in ihren Bildern scheint mir in der Ambivalenz aus Gegenstand und Abstraktion zu liegen, die allen Bildern eigen ist. Ihre Bilder verfügen gerade über soviel Struktur, dass das menschliche Sehen daraus Formen und Gegenstände zuordnen kann. Bei längerer Betrachtung zerfallen diese Formen zugunsten tiefer liegender Strukturen. Es erwächst daraus eine Ahnung, die sich beim Betrachten einstellt, dass beispielsweise die Landschaften Christine Prauses gar keine Landschaften sind, sondern dass jene Landschaften hinter der vordergründigen landschaftlichen Folie abstrakte Gemälde sind. Ein scheinbares Paradoxon, das fasziniert und begeistert. Dr. Alexandra Kolossa, 2005

Kontakt

Christine Prause
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