„[…] Orte oder einzelne Gegenstände, die ihn faszinieren, fotografiert er zunächst. Sie werden digital bearbeitet und auch mit zeichnerischen Elementen kombiniert. Das sind vor allem eigene Texte, die in kleiner Druckschrift und bestimmter Ordnung sich als eine Art Schrifthimmel in den Bildern ausdehnen. Diese Bilder werden ausgedruckt und dann mit Farbstiften erneut überschrieben und so verdichtet, dass die Texte oft unlesbar werden. Eine ‚Himmelsverdichtung’ nennt Kaiser das […]

Das Thema des Himmels zieht sich wie ein roter Faden durch seine Bilder. Die Weite des mit zarten grafischen Spuren übersäten Himmels, an dem sich auch Wolken verdichten, erinnert an die Landschaftsauffassung alter niederländischer Maler, die Himmel und Wolken sehr breiten Raum geben […]“
Plattenteich, Michaela: Die Verdichtung des Himmels. In: Westdeutsche Zeitung, Krefeld, 22.4.2015.

„In früheren Bildern hat Stefan Kaiser schon oft in den Hintergrund geschrieben. Im neuen Werkzyklus aber wird Schrift zum wesentlichen Gestaltungsmittel. Der Künstler schichtet in horizontalen Zeilen handgeschriebene Worte. In der Schichtung wird die Schrift oft unleserlich, schafft aber über den Grad der Verdichtung dunkle und helle Zonen sowie diffus anmutendes Licht […]

Ein störungsfreies Lesen ist nicht gegeben, und doch scheint das Geschriebene verschlüsselte Botschaften zu bergen. In Arbeiten mit Ikonenmotiven verdichtet sich die Schrift in stofflich anmutender Dichte. Unmittelbar ergibt sich die Assoziation an den Goldgrund.

Die Grenzen zwischen Schrift, Fotografie und Überarbeitung wirken fließend. Die Wirkung ist erstaunlich. Sie erschafft optisch faszinierende Materialität, die bei einem der Ikonenbilder an die Oberfläche alter Fresken denken lässt.“
Wilms-Adrians, Angela: Letzte „Begegnung“ mit Ettl und Kaiser. In: Rheinische Post, Viersen, 27.11.2012.