Dreier & Hanousek

Petra Dreier und Michael Hanousek. Foto: Dreier & Hanousek

Im Falle […] der Gemeinschaft Dreier-Hanousek handelt es sich um eine Dialogkunst, die sich aufeinander einlässt und einstimmt. […] Was […] an Fotos und Gemälden zu sehen ist, sind eigentümliche Gefügeräume und Assoziationsräume, in denen Bildgegenstände protolandschaftlich zusammengebracht sind. Diese sind, was die Malerei betrifft, reine Malerei, weil es nicht um ein Thema geht, noch nicht mal besonders um eine Art Stimmungsbild, obwohl bestimmte Atmosphären durch die Farb- und Formbildung entstehen. Sondern es sind Räume, in denen die klassischen Malereiprobleme Farbe, Form, Raum, Licht da sind, mit denen man sich beschäftigen muss, da man sie nicht löschen kann.

[…] Es geht [Dreier und Hanousek] darum, Bilder zu schaffen, die neu sind, etwas von der gegenwärtigen Zeitstimmung transportieren und die Spannungsgeladenheit nutzen, die eine Paarbeziehung aufrecht erhält.

[Dreier und Hanousek] finden eine herausfordernde Art der Malweise, die in keine der üblichen Kategorien passt. Es ist weder Landschaft, noch Bühne, d.h. kein Tiefenraumarrangement, noch ist es nur abstraktes Formspiel, auch nicht phantastisch und erzählerisch. Es bildet einen eigentümlich trudelnden Raum, in dem die Elemente zu schweben oder zu driften scheinen. […] Durch lange erprobte Kompositionserwägungen und Hell-Dunkelverteilungen ausgewogen, bleiben die eigentümlich geologischen und atmosphärischen Elemente, die auftauchen, im Fluss. Heraklits Panta rhei – alles fließt. Ordnung als Floss im Strom der Zeit gestaltet?

Dieses Gemisch, dies Floaten und Gleichzeitige von Geklärtem und Ungeklärtem und die Offenheit für eine Welt, in der Widersprüchlichkeit der Normalzustand ist, das ist der Wahrnehmungshintergrund für das, was wir in diesen Bildern sehen, die den einzelnen aufgrund der Farbe oder Formwelt neugierig machen, um darin einzutauchen, und auf persönliche Resonanz stoßen mögen.
Tölke, Dirk, Dr.: Dialogkunst. [Rede zur Ausstellung „Über die Jahre“ im Düsseldorfer FFFZ vom 29.8. bis zum 10.10.2014, Auszüge aus dem Typoskript.] Aachen 2014.

 

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